Angst und Depression

Depression

Für Diagnose und Verlaufsmonitoring von depressiven Störungen werden zunehmend Depressionsskalen als Hilfsmittel eingesetzt. Bei der Bewertung der Ergebnisse solcher Instrumente ist Vorsicht geboten: ein „positives“ (pathologisches/suspektes) Resultat in einer Depressionsskala beweist nicht das Vorliegen einer Depression, ein negatives schließt sie nicht aus. Ein Screeningsinstrument ersetzt nicht die klinische Diagnose!

Viele der in der Psychiatrie üblicherweise bei jüngeren Patienten eingesetzten Instrumente (z. B. Hamilton Depressionsskala – HAM-D) bewähren sich bei älteren Patienten nicht, insbesondere bei kognitiven Beeinträchtigungen und Multimorbidität. Deshalb wurde bereits vor über 30 Jahren die Geriatrische Depressionsskala (GDS) entwickelt, die international weit verbreitet ist und in unterschiedlichen Versionen mit zwischen vier und 30 Items verwendet wird.

Das diagnostische und therapeutische Vorgehen muss deshalb biologische, psychologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. Die Kombination verschiedener Maßnahmen in einer jeweils individuellen „Mixtur“ wirkt in der Regel besser als jede einzelne Maßnahme allein. Zugleich können aber häufig nicht alle gesundheitlichen Störungen eines älteren Menschen auf einmal behandelt werden. Anderenfalls droht, insbesondere in der Pharmakotherapie, eine Polypharmazie mit gefährlichen Nebenwirkungen und unerwünschten Interaktionen.

Eine gute Alternative ist die Depression-im-Alter-Skala, die hier zum Download zur Verfügung steht.

Literatur:

Heidenblut S:
Depressionsdiagnostik bei geriatrischen Patienten. Die Entwicklung der Depression-im-Alter-Skala (DIA-S).
Dissertation Universität Köln 2012 Download mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

Heidenblut S, Zank S (2010):
Entwicklung eines neuen Depressionsscreenings für den Einsatz in der Geriatrie. Die „Depression-im-Alter-Skala“ (DIA-S).
Z Gerontol Geriat 2010 · 43:170–176. DOI 10.1007/s00391-009-0067-z
Download mit freundlicher Genehmigung des Springer Verlages. (Achtung: Das Erscheinungsjahr ist im Artikel mit 2009 angegeben. Tatsächlich ist der Artikel im Jahr 2010 publiziert, Band 43 = 2010)

Weitere Materialien zum Download:
Folien DIA-S
Kurztext DIA-S